6 gute Vorsätze für dein Bewerbungsjahr

Der Endspurt hat begonnen und die Bewerbungsphase für Ausbildungsplätze in diesem Jahr geht in die letzte Runde. Auch wenn du schon einige Bewerbungen geschrieben hast, solltest du jetzt noch einmal nachlegen – oder dich auf den Herbst vorbereiten, wenn die Plätze für 2020 vergeben werden. Deine Chancen stehen richtig gut, wenn du vorbereitet bist. Höchste Zeit also, sich an die guten Vorsätze zu erinnern …

Update für den Lebenslauf

Auf einen Blick liefert der Lebenslauf alle wichtigen Informationen über dich. Deshalb schauen sich Personalchefs diese Seite besonders aufmerksam an. Ein Lebenslauf ist also immer eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren. Und je mehr drinsteht, umso besser.

Warum du es jetzt angehen solltest: Wer mit dem Bewerbungenschreiben beginnt, fängt meist mit dem Lebenslauf an. Wenn er endlich steht, verwendet man ihn immer wieder. Aber der Lebenslauf, den du im August geschrieben hast, ist nicht mehr aktuell. Du hast in der Zwischenzeit vielleicht ein weiteres Praktikum gemacht oder in den Ferien gejobbt. Ein neues Praktikum muss daher in jedem Fall in den Lebenslauf. Aber du hast in der Zwischenzeit sicher mehr gemacht. Hast du zum Beispiel in den Weihnachtsferien bei der Inventur geholfen, an den Samstagen Regale im Supermarkt aufgefüllt oder bist als Babysitter bei den Nachbarn eingesprungen? Das sind praktische Tätigkeiten, die dein Engagement und deine Zuverlässigkeit zeigen. Und auch sie gehören in den Lebenslauf. Wenn du schon dabei bist, kannst du auch noch einmal einen Blick auf deine Hobbys und Interessen werfen. Hat sich da etwas Neues bei dir ergeben?

Deshalb machst du es: Den Lebenslauf zu überarbeiten, ist keine große Sache. Du brauchst dafür maximal eine halbe Stunde. Du musst nur einmal den inneren Schweinehund überwinden und schon kannst du mit einem besseren Lebenslauf bei deiner nächsten Bewerbung punkten. Deshalb: Sonntagnachmittag ist der ideale Zeitpunkt, um deinen Lebenslauf auf den aktuellen Stand zu bringen.

Extra-Tipp: Vergiss nicht, den Lebenslauf zu unterschreiben. Das Dokument beschreibt deinen bisherigen Werdegang. Das bestätigst du mit deiner Unterschrift. Zwar legen heute nicht mehr alle Unternehmen Wert auf eine Unterschrift beim Lebenslauf. Aber solange du nicht weißt, ob das bei dem Betrieb, bei dem du dich bewirbst, auch so ist, gilt die Devise: Sicher ist sicher!

 

Zeugnis aktualisieren

Zeugnisse sind ein wichtiger Teil der Bewerbung. Grundsätzlich gilt: Es muss immer das letzte Zeugnis mitgeschickt werden. Selbst wenn deine Noten nicht so toll sind, solltest du dich an diese Regel halten. Im Anschreiben oder – noch besser – im Bewerbungsgespräch kannst du auf eine schlechte Note eingehen.

Warum du es jetzt angehen solltest: Anfang Februar hast du dein Halbjahreszeugnis bekommen. Es zeigt also deinen jetzigen Leistungsstand in der Schule und genau das interessiert die Ausbildungsbetriebe. Ab sofort sollte in deiner Bewerbungsmappe daher das Halbjahreszeugnis liegen. Wenn es besser ist als dein letztes Jahreszeugnis, ist das doch super. Du kannst aber auch weiterhin dein letztes Jahreszeugnis mitschicken. Vor allem, wenn du im Jahreszeugnis in Mathe eine 2 hattest und jetzt im Zwischenzeugnis eine 4 steht, solltest du beide schicken. Den „Ausrutscher“ kannst du im persönlichen Gespräch erklären.

Deshalb machst du es: Wenn du dich schon einmal online beworben hast, hast du im Einscannen von Dokumenten Routine. Es geht also ganz schnell. Für Papierbewerbungen muss das Zeugnis kopiert werden. Auch das ist keine große Sache. Deshalb kannst du es immer mal zwischendurch machen.

Extra-Tipp: Vergiss nicht, dem Dokument nach dem Einscannen einen Namen zu geben. Mit „Scan 1“ kann kein Personalchef etwas anfangen. Besser ist „Dein Name_Halbjahreszeugnis 2019“.

 


Für Schülerinnen und Schüler ist es natürlich schwer, sich in den Alltag eines Unternehmens hineinzuversetzen. Trotzdem ist es wichtig, sich für die Bewerbung intensiv mit dem Unternehmen zu beschäftigen. Als Arbeitgeber möchte ich schon im Anschreiben und später im Vorstellungsgespräch sehen, dass sich der Bewerber bzw. die Bewerberin wirklich für mein Unternehmen interessiert – und nicht nur eine Standardbewerbung verschickt, in die er oder sie lediglich die Adresse ausgetauscht hat. Mein Tipp: unbedingt auf die Website des Unternehmens gehen und schauen, ob man dort Informationen findet, an die man in der Bewerbung anknüpfen kann.

Eva-Maria Imping, Confiserie Imping, Vreden


Jobanzeigen checken

Wer hat noch einen Ausbildungsplatz zu vergeben? Die einfachste Möglichkeit, dies herauszufinden, ist, Stellenanzeigen in der Tageszeitung und im Internet oder die Stellenbörse der Arbeitsagentur zu durchforsten.

Warum du es jetzt angehen solltest: Viele Unternehmen haben noch keinen geeigneten Bewerber gefunden und schalten deshalb noch einmal eine Anzeige. Gerade wenn du dich bislang noch nicht auf einen bestimmten Ausbildungsberuf beworben hast, weil du dachtest, du hast sowieso keine Chance, schlägt jetzt deine Stunde. Manche Unternehmen entscheiden sich aber auch erst spät, Ausbildungsplätze anzubieten. Der Grund: Sie wussten nicht eher, ob und vor allem wie viele Azubis sie benötigen. Du wirst erstaunt sein, wie viele offene Stellen du findest.

Deshalb machst du es: Es ist Endspurt und wenn du deine Traumstelle finden willst, muss du jetzt loslegen. Denn auch hier gilt: Je schneller du auf eine Anzeige reagierst, umso mehr punktest du. Schließlich zeigt es dein Interesse. Mit einem Zeitplan geht alles einfacher. Lege zwei bestimmte Tage für dein Bewerbungsprojekt fest. Jeden Samstag checkst du die neuen Stellenanzeigen und jeden Dienstag schickst du die Bewerbungen raus.

Extra-Tipp: Es ist super, wenn du eine Vorlage für die Anschreiben hast. Aber tausche nicht nur einfach Adresse und Anrede aus. Schreibe mindestens einen (Ab-)Satz, der sich auf die konkrete Anfrage oder das Unternehmen bezieht. Das zeigt, dass du dich mit diesem Ausbildungsbetrieb beschäftigt hast und ernsthaft interessiert bist.

 


Gerade im Bereich der schulischen Ausbildung bieten Organisationen und Einrichtungen regelmäßig Info-Abende für interessierte Schülerinnen und Schüler an. Die sollte man sich nicht entgehen lassen. Kursleiter beantworten dort individuelle Fragen und man kann in der Regel auch schon die Räumlichkeiten besichtigen. Mein Tipp für einen guten Vorsatz lautet also: rechtzeitig Termine recherchieren und natürlich auch im Kalender eintragen, damit man nicht zwischenzeitlich eine andere Verabredung annimmt.

Hannah Beruda, Geschäftsführerin PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e. V.


Termin bei der Berufsberatung

Pfleger, Mechatroniker, Erzieherin, kaufmännische Angestellte – viele haben einen klaren Berufswunsch. Andere zweifeln oder sind sich unsicher. Wenn es dir genauso geht, solltest du zur Berufsberatung gehen. Das gilt auch, wenn du dringend einen Plan B brauchst, weil du festgestellt hast, dass es mit deinem Traumjob schwierig wird.

Warum du es jetzt angehen solltest: Die Berufsberater der Arbeitsagentur haben nicht nur einen guten Überblick über offene Ausbildungsstellen, sie suchen mit dir auch nach Alternativen. Vielleicht haben sich mittlerweile ja deine Interessen geändert. Wenn du beispielsweise ein Praktikum gemacht hast, ergeben sich plötzlich ganz andere Möglichkeiten oder Ideen. Auch das kannst du mit deinem Berufsberater besprechen. Ein weiterer Vorteil: Wenn du bei der Berufsberatung warst und dort registriert bist, erhältst du offene Ausbildungsstellen frei Haus.

Deshalb machst du es: Anrufen, einen Termin vereinbaren, hingehen und sich vorstellen – ja, das kostet oft Überwindung. Aber so ein Besuch bei der Berufsberatung ist auch ein gutes Training für das Vorstellungsgespräch.

Extra-Tipp: Bereite dich auf das Gespräch gut vor. Die folgenden Fragen helfen dir dabei: Für welche Ausbildungsberufe hast du dich bis jetzt beworben? Welche Erfahrungen hast du in Bewerbungsgesprächen gemacht? Hast du eine Idee, warum du bislang keinen Erfolg hattest? Gibt es Berufe, die du dir noch für dich vorstellen kannst?

 


Gute Noten sind natürlich gerne gesehen, doch die Persönlichkeit einer Bewerberin bzw. eines Bewerbers ist uns sogar noch wichtiger. Auszubildende, die mit guter Laune und Spaß an die tägliche Arbeit herangehen und die mit ihren Aufgaben wachsen, sind bei uns bei der Volksbank Haltern sehr gerne gesehen. Denn wir haben täglich mit Kunden zu tun und da ist ein freundliches Auftreten das A und O.

Christian Krüger, Personalleiter, Volksbank Haltern am See


Check der E-Mail-Adresse

Mit deinen Freunden und Eltern tauscht du dich über WhatsApp oder einen anderen Messenger aus. Potenzielle Arbeitgeber nehmen mit dir aber über das Telefon oder per E-Mail Kontakt auf. Eine eigene E-Mail-Adresse ist daher Pflicht für dich.

Warum du es jetzt angehen solltest: Wenn du Bewerbungen bis jetzt vor allem per Post verschickt hast, war die eigene E-Mail-Adresse nicht so wichtig. Du hast stattdessen vielleicht die E-Mail-Adresse deiner Eltern angegeben. Wenn du dich aber online bewirbst oder jetzt generell Bewerbungen per Mail verschicken möchtest, brauchst du eine eigene E-Mail-Adresse. Das zeigt auch deine Selbstständigkeit.

Deshalb machst du es: Eine E-Mail-Adresse bei web.de oder gmx.de einzurichten, geht ganz einfach. Außerdem ist der Account kostenlos. Vielleicht hast du aber auch schon eine gmail.com-Adresse. Hier ist es wichtig, dass sie auch seriös ist. Pinky18 oder starwars10 fandest du vielleicht einmal witzig, auf Personalchefs wirkt das dagegen abschreckend. In diesem Fall solltest du dir eine zweite, seriöse E-Mail-Adresse für Bewerbungen zulegen. Sie sollte in jedem Fall deinen Nachnamen enthalten.

Extra-Tipp: Auch wenn du E-Mails privat überhaupt nicht nutzt, gewöhne dir an, regelmäßig deine Mails zu checken – mindestens drei Mal pro Woche. Es könnte ja die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch oder die Zusage für einen Ausbildungsplatz dabei sein.

 

Gezielt lernen

Klar, Hausaufgabenmachen und Lernen ist immer eine gute Idee. Aber jetzt geht es darum, in einigen Wackelfächern noch einmal richtig Gas zu geben. Wenn du dich in einem Bereich beworben hast, bei dem Mathe oder Englisch besonders wichtig ist, solltest du dich in der Schule bei diesen Fächern noch einmal anstrengen.

Warum du es jetzt angehen solltest: In deinem Halbjahreszeugnis steht bei Mathe oder Englisch eine 3? Das ist nicht schlecht, aber das wird auch niemanden begeistern. An diesem Zeugnis kannst du nichts mehr ändern, aber du kannst die Note im Jahreszeugnis verbessern. Das geht allerdings nur, wenn du lernst. Im Bewerbungsgespräch macht es nämlich einen guten Eindruck, wenn du sagen kannst, dass das Halbjahreszeugnis zwar nicht so gut war, aber dass du bei deiner letzten Mathearbeit dafür eine 2 hattest.

Deshalb machst du es: Es geht um dein Abschlusszeugnis und das wird dich dein Leben lang begleiten. Auch wenn du eine Ausbildung erfolgreich absolviert hast, musst du bei jeder neuen Bewerbung dein Schulabschlusszeugnis dazulegen. Und eine 2 macht sich immer besser als eine 3.

Extra-Tipp: Fange beim Lernen immer mit deinem Problemfach an. Dann hast du es hinter dir. Und die Ausrede, dass du zu müde zum Lernen bist, zieht nicht.

 

 

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