Duales Studium: Klassisch vs. Dual

BWL, Maschinenbau & Co. sind eigentlich klassische Studiengänge an der Uni – aber seit neuestem gibt es sie auch als duale Studiengänge an speziellen Hoch­schulen, angeboten von Unternehmen. Das hat viele Vorteile. Welche klassischen Uni-Fächer du auch dual belegen kannst, erfährst du hier.

BWL. Betriebswirtschaftslehre – oder auch Volkswirtschaftslehre bzw. Wirtschaftswissenschaften – ist ein klassisches Fach, das du an (fast) jeder Universität studieren kannst, auch in Dortmund. Wer keine Lust hat, sich nur durch die Theorie zu quälen, ist mit einem dualen Studium in der Fachrichtung Wirtschaft besser bedient. Viele Unternehmen bieten ein Studium mit einem Branchenschwerpunkt an: Lebensmittelunternehmen etwa mit einem Schwerpunkt „Handel“ oder Logistiker mit einem Schwerpunkt „Spedition und Logistik“.

 

Informatik. Informatik an der Uni ist ein echtes „Brett“. Im Fokus stehen zunächst Methoden, Methoden, Methoden. Theorie mit der Praxis verbinden kann man mit dualen Studiengängen wie „IT“ oder „Software- und Systemtechnik“, die nicht nur von Softwareunternehmen, sondern auch von vielen Unternehmen anderer Branchen angeboten werden.

 

Bauingenieurwesen. Bauingenieurwesen, Maschinenbau oder Maschinenbautechnik kann man ebenfalls direkt der Uni studieren, auch in Dortmund – aber eben auch dual. Der Vorteil, wenn eine Ausbildung integriert ist, z. B. Straßenbau beim Bauingenieurwesen: Man kann sich beim Theorielernen viele Dinge besser vorstellen, weil man sie schon selbst gemacht hat.

 

Sport. Wird an der Uni gerne auf Lehramt studiert, aber nicht jeder Sportstudent geht hinterher (zurück) an die Schule … Mit einem dualen Studium kann man sich von vorneherein spezialisieren, etwa mit einem dualen Studium „Fitness & Business Education“, das auch BWL-Elemente enthält.

 

Elektrotechnik. Klassischer Uni-Studiengang – auch in Dortmund, hier auf Lehramt und in der Kombi mit Informationstechnik. Je nach Branche und Schwerpunkt des Unternehmens ist mit einem dualen Studium oftmals eine Spezialisierung verbunden, z. B. Mechatronik, Fahrzeugelektronik, Bionik oder Elektromobilität.

 

Marketing. Kein ausgewiesener Studiengang an der Uni, aber oft eine Spezialisierung im BWL-Studium. Oder man landet nach einem Publizistik- oder Kommunikationsstudium im Marketing. Mit einem dualen Studium „Marketing Management“ kann man direkt auf eine solche Stelle zusteuern.

 

Steuerwesen. Kann man gleichfalls nicht an der Uni studieren, aber im Bereich BWL wird oft eine entsprechende Spezialisierung in Richtung Steuerwesen angeboten. Schneller am Ziel ist man mit dualen Studiengängen wie „Rechnungswesen, Steuern und Wirtschaftsrecht“ (kurz RSW) oder „Steuern und Wirtschaftsprüfung“.

 


Wer sich nicht zwischen einer Ausbildung und einem Studium entscheiden kann, der hat die Möglichkeit, das Beste aus beiden Welten in einem dualen Studium zu kombinieren. Voraussetzung dafür ist allerdings ein gutes bis sehr gutes Abitur, eine hohe Auffassungsgabe und eine ausgeprägte Lernbereitschaft. Man braucht außerdem Biss und Durchhaltevermögen, denn schließlich erreicht man in relativ kurzer Zeit zwei oder, wie bei der Sparkasse, sogar drei Abschlüsse. Durch die Verbindung von Praxis und Theorie fällt das Lernen dual Studierenden aber oft leichter als in einem reinen Studium.

Andreas Berkenbusch, Leiter Aus- und Fortbildung, Sparkasse Dortmund


 

Duales Studium – so funktioniert’s

Du weißt schon, in welche Richtung du willst? Wenn du dich für ein duales Studium interessierst, gibt es zwei Möglichkeiten:

 

Ausbildungsintegrierendes duales Studium

Das ausbildungsintegrierende duale Studium ist das bekannteste Modell. Hier absolvierst du gleichzeitig eine Ausbildung und ein Hochschulstudium. Am Ende hast du zwei Abschlüsse – einen Bachelorabschluss und eine offiziell anerkannte Ausbildung, die in der Regel auch den IHK-Abschluss beinhaltet. Die zwei Abschlüsse haben natürlich ihren Preis – denn das heißt, dass du zeitlich sehr eingespannt bist. Zu deiner normalen Arbeit im Unternehmen und zur Berufsschule kommen die Vorlesungen an der Uni und die entsprechenden Studienarbeiten noch obendrauf. Das ausbildungsintegrierende duale Studium wird in den meisten Fällen als Block- oder Wochenmodell angeboten.

DEIN WEG DAHIN: Das ausbildungsintegrierende duale Studium wird direkt von Unternehmen angeboten. Das Studium findet in der Regel in Kooperation mit einer von vorneherein festgelegten Hochschule statt. Du hast also keinen Einfluss darauf, welche Hochschule das ist.

 

Praxisintegrierendes bzw. kooperatives duales Studium

Die zweite Möglichkeit ist das praxisintegrierende bzw. kooperative Studium. Der Unterschied zum ausbildungsintegrierenden dualen Studium ist, dass du keine eigenständige Berufsausbildung machst. Du gehst daher auch nicht zur Berufsschule. In den Unternehmen bist du entweder als Praktikant oder normaler Mitarbeiter angestellt. Auch bei diesem Modell findet deine Hochschulausbildung block- oder wochenweise statt. In den meisten Fällen arbeitest du während deines gesamten dualen Studiums bei einem Unternehmen. Dass du dir pro Semester ein neues Unternehmen suchen musst, ist beim praxisintegrierenden bzw. kooperativen dualen Studium eher die Ausnahme.

DEIN WEG DAHIN: Du bewirbst dich bei einer Hochschule, die dir gefällt, und die Hochschule sucht dann nach einem passenden Unternehmenspartner für dich. In der Regel können die Hochschulen auf einen Pool von Unternehmen zurückgreifen.

 

 


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Einen guten Überblick über Studiengänge, Hochschulen und kooperierende Unternehmen gibt dir das Portal wegweiser-duales-studium.de

 

 

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