Im Trend: Bewerbung per WhatsApp

Klingt zu schön, um wahr zu sein: mit einer einfachen WhatsApp zur Ausbildungsstelle. Funktioniert das?

Eine Bewerbung zu schreiben, ist aufwendig – ob auf dem klassischen Postweg oder per E-Mail. Aber nicht nur für die Bewerber bedeutet das eine Menge Arbeit, sondern auch für die Unternehmen, bei denen der Brief oder das PDF ankommt. Denn das alles muss gesichtet werden. Deshalb sind vor allem kleine Betriebe dazu übergegangen, Bewerbungen per WhatsApp entgegenzunehmen. Meistens handelt es sich dabei um Unternehmen, die unter Bewerbermangel leiden und die Hürden, sich zu bewerben, senken wollen.

Und wie bewirbt man sich per WhatsApp? Regeln gibt es (noch) nicht. Man sollte sich aber kurzfassen, denn die Bewerbung landet nun mal auf einem Smartphone. Romane sind da nicht angebracht. Oft sagt ein Bild mehr als 1.000 Worte. Vielleicht schickt man ein Selfie, das man vor dem Unternehmen gemacht hat, oder eines, auf dem man eine Broschüre des Unternehmens liest. In einer klassischen Bewerbung braucht man ein Profi-Foto, aber auf WhatsApp ist ein Foto, das man selbst schießt oder von der Freundin oder dem Freund machen lässt, authentisch.

Ganz wichtig: ein freundliches Lächeln. Denn bei diesem Erstkontakt entscheidet vor allem die Sympathie. Zusätzlich kann man noch etwas Text schreiben – die Monitorgröße sollte nicht überschritten werden. Darin legt man in zwei, drei Sätzen dar, warum man gerne in dem Unternehmen oder dem Beruf arbeiten würde. Springt der Funke über, erhält man eine Aufforderung, eine Bewerbung einzureichen – oder auch gleich eine Einladung zum Gespräch.

 

Dos & Don’ts: Auch über Whatsapp nicht zu lässig …

WhatsApp sollte man für Bewerbungen in der Regel nur nutzen, wenn das Unternehmen einen dazu auffordert. In Ausnahmefällen kann es aber Sinn machen, sich unaufgefordert per WhatsApp vorzustellen – und zwar:

… wenn das Unternehmen eher kleiner ist und familiär geführt wird, z. B. der Handwerksbetrieb oder das Autohaus,

… wenn man sich um einen technischen oder kreativen Beruf bewirbt, in dem man ohnehin viel mit sozialen Netzwerken zu tun hat,

… wenn das Unternehmen in deiner Nachbarschaft ist. Bei so viel Nähe kann man es per WhatsApp mal probieren, sollte das aber auch direkt so anmoderieren. Zum Beispiel: „Ich nutze diesen unkonventionellen Weg, weil ich jeden Tag an Ihrem Unternehmen vor-beikomme …“,

… wenn man eine Bewerbung auf einem anderen Weg abgegeben hat, länger nichts gehört hat und sich noch einmal ins Gespräch bringen will.

Ganz wichtig: Im Ton nie zu lässig, sondern immer verbindlich sein – wie im klassischen Anschreiben. Natürlich muss man die WhatsApp nicht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ beginnen, aber ein „Hi“ ist auch dort nicht angesagt. Ein „Hallo“ in Verbindung mit einem Namen ist jedoch durchaus in Ordnung, alternativ schreibt man „Guten Tag, Herr/Frau …“. Hat man keinen Namen, geht z. B. „Liebes Team“. Auf Emojis sollte man eher verzichten, maximal eines oder zwei sind erlaubt. Sie müssen aber einen unbedingten Bezug zum Text haben!

 

 

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