Make your day

Wie sieht so ein Tag als Azubi eigentlich aus? Wann fängst du an? Welche Aufgaben erwarten dich da? Treffer hat fünf beispielhafte Tagesabläufe von beliebten Ausbildungsberufen für euch zusammengestellt.

Der Gast ist König:

Hotelkaufmann/frau

 

12:00–13:00 Uhr

Wer im Hotel arbeitet, hat oft Schichtdienst. Heute beginnt dein Dienst mittags. Nach einer kurzen Übergabe mit den Kollegen, in der du über die bevorstehenden An- und Abreisen informiert wirst, nimmst du deine Position an der Rezeption ein. Du überprüfst, ob alle Meldescheine der bisher neu angereisten Gäste vorhanden sind.

 

13:00–14:00 Uhr

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Eine Dame aus Zimmer 217 ruft an und hätte gerne die Adresse eines guten Friseurs. Du schaust in eurer Servicekartei nach, rufst kurz dort an, ob es noch Termine gibt, und gibst ihr Friseursalon-Namen durch. Ein anderer Gast bemängelt, dass in seiner Minibar eine Diät-Cola fehlt. Weil an der Rezeption gerade nicht viel los ist, flitzt du eben selbst los und bringst dem Mann seinen Softdrink. Danach glüht das Telefon wieder: Du nimmst zahlreiche Reservierungen, aber auch Stornierungen entgegen.

 

14:00–16:30 Uhr

Ein neuer Kollege kommt an die Rezeption und du ziehst dich ins Büro zurück, um die Arbeit der Buchhaltung zu unterstützen. Da gilt es, Abrechnungen vom Vortag zu checken, Bareinnahmen im Kassenbuch zu notieren und Kreditkartenbelege zu sortieren.

 

16.30–19:00 Uhr

Du stellst für einen Kunden eine sogenannte Bankettmappe zusammen. Mit Bankett bezeichnet man die Abteilung im Hotel, die für die Ausrichtung größerer Feiern von Privatleuten oder Firmen zuständig ist. In der Bankettmappe sind alle Informationen zu Tagungsräumen, Technik und Catering zu finden. Manche Hotels haben Standardmappen, andere stellen die Mappen individuell nach Anfrage zusammen. Der Kunde plant eine Abendveranstaltung, daher fügst du dem Angebot noch die Preise für Zimmer und Abendessen hinzu.

 

19:00–20:00 Uhr

Zurück an der Rezeption, meldet ein Gast einen kaputten Duschkopf. Du versicherst dem Gast, dass das Problem schnellstmöglich behoben wird, und machst einen Auftrag für die Haustechnik fertig.

Die Reservierungen, die über die verschiedenen Hotelbuchungsportale im Internet angekommen sind, überträgst du manuell in euer hauseigenes Buchungssystem.

 


Frage 1

Das musst du als Hotelfachfrau/mann wissen!

Was heißt Back-to-back?

  1. Die An- und Abreise von Gästen erfolgt am selben Tag.
  2. Bei einer Reklamation bekommt ein Gast sein Geld zurück.
  3. Grußformel für abreisende Gäste: „Wir freuen uns, Sie wiederzusehen.“

Auflösung ganz unten.


 

Der frühe Vogel kann mich mal …

Bist du eine Lerche oder eine Eule? Frühaufsteher oder Morgenmuffel? Im Internet findest du zahlreiche Tests dazu, welcher Chronotyp (kommt von griechisch chronos = Zeit) du bist, wie deine innere Uhr tickt und wann du am leistungsfähigsten bist. Denn abgesehen von deinen Interessen und Stärken solltest du bei der Berufswahl auch berücksichtigen, welche Arbeitszeiten der Job mit sich bringt. In manchen Berufen klingelt der Wecker schon sehr früh, in anderen kann man etwas länger liegen bleiben. Viele Berufe verlangen aber auch nach Dienst in Wechselschichten, d. h., du fängst mal früher, mal später an.

 


Ein Beruf mit vielen Facetten:

Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in* (PTA)

 

 

08:00–10:00 Uhr

Du arbeitest im Verkauf bzw. in der Kundenberatung mit. Viele Kunden wollen einfach nur ein Rezept einlösen, das sie vom Arzt bekommen haben; andere schildern dir Beschwerden, z. B. die einer Erkältung, und fragen nach, welches Medikament du ihnen empfiehlst. Grundsätzlich fragst du nach, ob das Medikament für den Kunden selbst oder einen Angehörigen gedacht ist und ob die Hinweise zur Einnahme bekannt sind. Für bestimmte Gruppen, z. B. Kinder, gibt es spezielle Dosierungen, bestimmte Medikamente können Nebenwirkungen haben.

 

10:00–12:00 Uhr

Morgens kommt eine Kundin mit einem Rezept für eine Salbe in die Apotheke, die du eigens herstellen musst. Zunächst musst du das Rezept prüfen und die darin verschriebenen Wirkstoffe checken. Jeder Schritt muss protokolliert werden, deine Chefin muss das Protokoll unterschreiben. Das ist Vorschrift, denn als PTA arbeitest du immer unter Aufsicht eines gelernten Apothekers. Nun stellst du dir im Labor der Apotheke alles bereit, was du zur Herstellung der Salbe benötigst: die Inhaltsstoffe, eine Präzisionswaage, Mörser, Schüsseln und Spatel. Es ist sehr wichtig, genau zu arbeiten, da die Medikamente, die du herstellst, sonst nicht richtig wirken.

 

12:00–13:00 Uhr

Neue Ware vom Großhandel ist eingetroffen. Alles muss im Warenwirtschaftssystem verbucht werden. Nur so ist gewährleistet, dass alle Mitarbeiter einen Überblick haben, welche Arzneistoffe und Medikamente in der Apotheke vorrätig sind. Die Medikamente müssen auch eingeräumt werden. Ein Teil der Medikamente wurden für Kunden bestellt und du kannst sie direkt den Abholnummern zuordnen. Eine Apotheke bekommt übrigens gleich mehrmals am Tag Lieferungen vom Großhandel.

 


Kaum jemand weiß, wie abwechslungsreich der Tagesablauf von Pharmazeutisch-technischen Assistenten ist: Langeweile ist in der Apotheke ein Fremdwort, die Aufgaben sind sehr vielfältig. Dabei ist allerdings jederzeit eine hohe Konzentration gefragt. Denn schließlich geht es hier um die Arbeit mit Menschen und für die Gesundheit.

Hannah Beruda, Geschäftsführerin PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e. V.

 


 

13:00–16:00 Uhr

Ein älteres Ehepaar möchte Blutdruck kontrollieren lassen. Du bittest die beiden in den Beratungsraum und legst ihnen nacheinander die Manschette eines Blutdruckmessgeräts an. Die Werte sind in Ordnung, dennoch möchten sie sich für eine regelmäßige Kontrolle ein eigenes Gerät anschaffen. Du zeigst ihnen die verschiedenen Modelle und erklärst ihnen die wichtigsten Funktionen. Beide entscheiden sich schnell, kaufen ein Gerät und verlassen zufrieden die Apotheke.

 

16:00–16:30 Uhr

Du bestellst im Großhandel Arzneimittel, damit diese am nächsten Morgen für die Kunden in der Apotheke bereitliegen. Dann heftest du die am Tag erstellten Protokolle in den entsprechenden Ordnern ab. Hier sind die geprüften Arzneimittel erfasst und von der Apothekerin zur Weiterverarbeitung freigegeben. Nachdem du die Dokumentation erledigt hast, verabschiedest du dich in den Feierabend.

 

* Die Ausbildung zur PTA ist eine schulische Ausbildung. Im dritten Lehrjahr muss man jedoch auch eine sechsmonatige praktische Ausbildung in der Apotheke machen.

 


Frage 2

Das musst du als PTA wissen!

Was ist eine Offizin?

  1. Die Bezeichnung für ein Warenwirtschaftssystem.
  2. Eine spezielle Salbe.
  3. Der Arbeits- und Verkaufsraum der Apotheke.

Auflösung ganz unten.


 

Mach dein Ding:

Industriemechaniker/in

 

07:00–12:00 Uhr

Das ist dein Arbeitsauftrag des Tages: Ein Bauteil für eine Maschine muss neu gefertigt werden. Dein Ausbilder übergibt dir eine technische Zeichnung und das Modellwerkstück des kaputten Teils als Vorlage. In der Werkstatt überträgst du die Maße auf eine Platte und schneidest sie an einer CNC-Maschine passend zurecht. Dabei kommt es auf den hundertstel oder sogar tausendstel Millimeter an! Außerdem bohrst du Löcher in die Platte und sägst die Kanten noch genauer nach.

 

12:00–13:30 Uhr

Das fertige Bauteil bringst du nun in die richtige Abteilung und montierst es an der Maschine. Im Servicegespräch mit dem Kollegen, der die Maschine bedient, lenkst du seine Aufmerksamkeit darauf, was genau kaputt war, und bittest ihn, darauf zu achten, ob jetzt alles reibungslos funktioniert. Du gehst zurück in die Werkstatt und machst Klarschiff. Weil der Auftrag eilig war, hattest du vorher keine Gelegenheit dazu.

 

13:30–15:00 Uhr

Jetzt ist noch Zeit für Servicechecks im Betrieb, die sogenannte vorbeugende Instandhaltung. So prüfst du beispielsweise den Ölstand bzw. den Stand weiterer Betriebsstoffe von Maschinen und füllst diese bei Bedarf entsprechend auf.

 

 

Jugend forscht:

Chemielaborant/in

 

08:00–9:00 Uhr

Als Chemielaborant ist dein Arbeitsplatz – wo sonst? – im Labor. Du trägst also meistens Schutzkleidung: einen Laborkittel und Schutzbrille. Bereits seit einigen Wochen bist du einem Team zugeteilt, das einen neuen Kunststoff erforscht. Und auch heute gibt es wieder eine Menge Proben, die analysiert werden müssen. Dabei geht es immer darum, herauszufinden, woraus die jeweilige Probe genau besteht – das nennt man „qualitative Analyse“ – und wie viel sie von einem Stoff enthält („quantitative Analyse“). Du verschaffst dir erst mal einen Überblick über die anstehende Arbeit.

 

10:00–13:00 Uhr

Du beginnst mit dem Aufbau des Versuchs, wiegst die Ausgangsstoffe und startest die Reaktion. Den Reaktionsverlauf musst du ständig kontrollieren, denn man weiß nie, ob die Reaktion so läuft wie gedacht. Diesen Teil deiner Arbeit nennt man „präparative Arbeit“.

 

13:00–16:00 Uhr

Du protokollierst die Ergebnisse. Anschließend vergleichst du die Daten mit denen anderer Untersuchungen. Die Auswertung ist ein wichtiger Bestandteil deiner Arbeit.

 

 

Ein Herz für alte Menschen:

Altenpfleger/in

 

06:30–7:00 Uhr

Morgens beginnt der Tag für dich und deine Schicht mit der Dienstübergabe. Ihr setzt euch kurz mit den Kollegen der Nachtschicht zusammen und besprecht, ob etwas Besonderes vorgefallen ist. In einem Alten- und Pflegeheim leben sowohl Menschen, die noch fit sind und nur wenig Unterstützung benötigen, als auch solche, die du bei allen alltäglichen Verrichtungen betreuen musst.

 

07:00–10:00 Uhr

Jetzt geht es ans Wecken der Bewohner. Einigen von ihnen hilfst du bei der Körperpflege. Je nach Pflegestufe gehört dazu beispielsweise auch das Zähneputzen und das Anziehen, manchmal auch das Wechseln von Verbänden. Bewohner im Rollstuhl begleitest du in den Frühstückssaal. Kaffee oder Tee und Brote bringst du ihnen auf einem Tablett zum Tisch. Bewohner, die aufgrund einer Erkrankung wie Parkinson oder Demenz das Besteck nicht mehr selbst zum Mund führen können, nicht mehr selbst essen können, unterstützt du bei der Nahrungsaufnahme.

10:00–11:00 Uhr

Morgens findet immer Programm für die Senioren statt: Heute hast du gemeinsam mit einer Bewohnerin eine Spielrunde organisiert. Mit dem Angebot sollen die älteren Menschen Gelegenheit erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Du freust dich, wie toll die Runde miteinander klarkommt und „Karten kloppt“. Deine Kollegen kümmern sich inzwischen weiter um die Pflege der bettlägerigen Bewohner.

 

11:00–12:30 Uhr

In der Küche wird das Mittagsessen gekocht. Dabei wird auf individuelle Wünsche der Bewohner eingegangen. Du schaust auf den Essensplan, in dem verzeichnet ist, wer welches Menü bekommt. Du füllst die Teller mit dem Essen und bringst die Tabletts an den Platz. Dabei bindest du die Bewohner, die Lust haben, dir zu helfen, in die Tätigkeiten ein. Nach dem Essen bringst du diejenigen, die nicht mehr so gut alleine laufen können, zurück aufs Zimmer.

 

12:30–14:00 Uhr

Eine ältere Dame möchte gerne ein wenig im Haus ab- und ablaufen. Sie wohnt im Erdgeschoss und ihr fahrt mit dem Aufzug erst mal ins oberste Stockwerke. Langsam spaziert ihr die Gänge entlang und betrachtet die Bilder an der Wand. Dabei werden bei ihr viele Erinnerungen wach, über die ihr sprecht. Nach dem kleinen „Ausflug“ begleitest du sie zurück auf ihr Zimmer. Danach schaust du noch bei einem Bewohner vorbei, der gerade nach Hilfe geklingelt hat. Er kann nicht mehr gut laufen, du unterstützt ihn auf dem Weg zur Toilette.

 

14:00–14:30 Uhr

Danach wird es Zeit, Kaffee und Kuchen für den Nachmittag vorzubereiten. Solche Unterbrechungen sind nicht nur wichtig, weil die Bewohner etwas zu essen brauchen, sondern auch, damit ihr Tag Struktur bekommt. Du kochst Kaffee und schneidest den Kuchen auf, bevor du Feierabend machst.

 


Frage 3

Das musst du als Altenpfleger/in wissen!

Was ist ein Placebo?

  1. a) Ein Aufbewahrungsschrank für Medikamente.
  2. b) Ein Scheinmedikament.
  3. c) Ein anderes Wort für Pflegeheim.

Auflösung ganz unten

 

 

 

Auflösung

Frage 1: Lösung a), Frage 2: Lösung c), Frage 3: Lösung b)

 

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