Mit einem Klick bewerben

Nur ein Mausklick – und die Stelle ist dir sicher? Wenn es so einfach wäre! Genau das suggeriert der neue Bewerbungstrend „One-Click-Bewerbung“ aber. Tatsächlich braucht es meist doch ein paar mehr Klicks. Aber auch das ist machbar.

Nur noch jede neunte bis zehnte Bewerbung trudelt heute per Post und auf Papier bei den Unternehmen ein. Bevorzugt wird die Bewerbung per E-Mail oder über das Onlineportal des Unternehmens. Das hat für beide Seiten Vorteile – auch für dich. Denn du musst deine Unterlagen nicht aufwendig kopieren, teuer verpacken und verschicken, sondern kannst sie mit wenigen Mausklicks versenden. Hier kommt seit neuestem die One-Click-Bewerbung ins Spiel. Noch ist sie nicht weit verbreitet, aber manche Unternehmen bieten sie in der Rubrik „Karriere“ auf ihren eigenen Webseiten durchaus schon an. Dann gibt es darauf allerdings meist auch einen entsprechenden Hinweis in der Stellenanzeige.

 


WICHTIG!

Stößt du bei einem Unternehmen auf den Hinweis „One-Click-Bewerbung“, schaue genau nach, was das bedeutet. Der Begriff ist nicht fest definiert, je nach Unternehmen wird darunter etwas anderes verstanden. Das betrifft insbesondere die Verbindlichkeit einer solchen Bewerbung. Indiz dafür: Wird etwa ein Anschreiben gewünscht, ist der Vorgang schon als deutlich offizieller einzustufen.


Was genau steckt dahinter?

MOBIL BEWERBEN. Die One-Click-Bewerbung richtet sich vor allem an Smartphone-Nutzer. Dahinter steckt der Gedanke, dass man sich immer und überall bewerben kann – also nicht nur, wenn man zu Hause am Rechner sitzt. Denn normalerweise füllt man ein Bewerbungsformular im Internet ja zu Hause aus, weil man am Laptop besser tippen kann als auf dem Handy.

SCHNELL BEWERBEN. Bei der One-Click-Bewerbung kann man seine in einem Profil in sozialen Netzwerken hinterlegten Daten direkt in das Bewerbungsformular des Unternehmens übertragen – vorausgesetzt, man hat ein solches Profil angelegt. Grundsätzlich denken die Unternehmen dabei an Mitglieder von Business-Netzwerken wie XING oder LinkedIn, die entsprechende Services anbieten, und damit nicht unbedingt an Auszubildende. Denn mit Facebook, Instagram oder Snapchat funktioniert das One-Click-Verfahren (natürlich) nicht.

Zwischenfazit: Die One-Click-Bewerbung ist eher etwas für Professionals, nicht für (Noch-)Schülerinnen und Schüler.

 

Was heißt das für mich?

Die One-Click-Bewerbung stellt in der Regel nur ein erstes „Hallo“ dar. Sie ersetzt eine ordentliche Bewerbung nicht. Deshalb klicke dich ruhig rein, fülle die Felder ggf. auch am Smartphone händisch aus. So kannst du dich schon mal ins Gespräch bringen und bei der „richtigen“ Bewerbung auf deine erste Kontaktaufnahme per Handy verweisen. Gut zu wissen: Auf eine One-Click-Bewerbung reagiert das Unternehmen nicht automatisch. Eine fehlende Eingangsbestätigung oder eine ausbleibende Kontaktaufnahme darfst du deshalb nicht als Ablehnung interpretieren. Das Unternehmen wartet in der Regel schon darauf, dass du noch einmal aktiv wirst.

 

 


Achtung!

Mit der „One-Click-Bewerbung“ wollen Unternehmen die Hürden senken, sich zu bewerben. Das schnelle Verfahren sollte dich aber nicht dazu verleiten, die Bewerbung leichtzunehmen und sie ohne großes Nachdenken abzuschicken. Bei allen Online-Bewerbungen – ob per Mail oder im Portal – gilt: Alles noch einmal gegenlesen und überprüfen, am besten noch mal einen Unbeteiligten draufschauen lassen. Denn am Bildschirm findet man Fehler nicht so leicht wie auf Papier. Vorsicht vor allem bei Handybewerbungen: Die Texterkennung bzw. Autokorrektur kann einem da so manchen Streich spielen. Deshalb besser zweimal hinschauen!

 

 

Illustrationen: Shutterstock