Mit Mut zur Messe: 7 Tipps für die perfekte Vorbereitung

Ausbildungsmessen liegen voll im Trend: Manche richten sich gezielt an Schulen und Schulklassen, manche aber auch direkt an dich. Ja, genau: Du kannst da ganz alleine hingehen! Also auf in deine berufliche Zukunft – mit den Treffer-Tipps für die richtige Messevorbereitung.

Ausbildungsmesse, Jobmesse, Recruitingmesse, Nacht der Ausbildung: Immer mehr Unternehmen nutzen die Gelegenheit, sich potenziellen Auszubildenden über Stellenanzeigen hinaus zu präsentieren – live und in Farbe sozusagen. Auf Messen kannst du dich „bei Studenten und Studienberatern, Azubis und Personalchefs über deine Zukunftswege informieren“ – so das Versprechen. Aber einfach nur hingehen, rumschlendern, mal schauen, was so passiert? Das kommt auf den Messetyp an. Viele Messen sind wirklich darauf angelegt, dass du dich einfach mal informieren sollst und kannst – ideal für alle, die noch keinen Plan haben, was sie mal werden wollen. Auf anderen Messen kannst du den Unternehmen, die dort präsent sind, auch gleich deine Bewerbung in die Hand drücken. Das ist allerdings (noch) die Ausnahme. Die meisten Unternehmen – vor allem die großen und die sind normalerweise auf solchen Messen vertreten – bevorzugen es nach wie vor, wenn du den normalen Bewerbungsprozess durchläufst, sowohl im Hinblick auf den Zeitpunkt (meist ein Jahr vorher) als auch in punkto Logistik, d. h. Bewerbung in der vorgeschriebenen Form, per Post, per E-Mail oder über ein spezielles Bewerbungsportal.

Das heißt: Du musst dich gar nicht vorbereiten? Weit gefehlt! So gehst du am besten vor:

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Überlege dir, wo du gerade eigentlich stehst: Weißt du schon, was du werden willst, und bist „nur“ auf der Suche nach einem geeigneten Unternehmen? Oder hast du noch keinen Plan bzw. bist komplett offen? Im letzteren Fall solltest du unbedingt mal deine Interessen checken, um zu sehen, ob etwa eher kommunikative oder eher technische Berufe für dich infrage kommen. Dann kannst du auf der Messe gezielter vorgehen.

 

2

Schau dir die Website der Messe, auf die du gehen willst, im Internet genau an. Dort erfährst du in der Regel schon mehr über das, was dich erwartet.

 


Jobmessen sind für Bewerber ein guter Weg, ein Unternehmen und einen Beruf kennenzulernen. Ich freue ich mich darüber, wenn möglichst viele Schülerinnen und Schüler an einem Messetag die Möglichkeit nutzen, mit unseren aktuellen Azubis ins Gespräch zu kommen. Meistens bekommen sie dabei ein ganz anderes Bild von uns, unserem Beruf und den Möglichkeiten, als sie es vorher im Kopf hatten. Trotzdem hilft es natürlich, sich vorher Gedanken zu machen, was interessant sein könnte, und das dann im Gespräch abzugleichen. Nur Mut: Solche Jobmessen sind dafür da, einfach mal jemanden anzusprechen.

Michael Pilzecker, Prokurist und Leiter Personalentwicklung, Dortmunder Volksbank eG


 

3

Mach dir einen Plan, was du auf der Messe machen willst. Solche Messen, gerade in großen Hallen, können einen nämlich ganz schön erschlagen. Wenn du erst am Besuchstag das Programm studierst, verschwendest du wertvolle Zeit, in der du schon einen Unternehmensstand oder einen Vortrag hättest besuchen können.

 

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Überlege dir, welche Unternehmen du treffen willst. Welche genau sich auf der Messe präsentieren, steht immer auf der Messe-Website. Mach dir eine Prioritätenliste wie beim Besuch im Freizeitpark: Zu welchem Unternehmen willst du unbedingt – und nimmst dafür auch eine Wartezeit in Kauf? Welche Unternehmen sind „nice  to have“, aber nicht zwingend? Die Unternehmen, deren Messestand du besuchen willst, solltest du vorher im Internet googlen bzw. dir auf deren Website die Seiten für Auszubildende anschauen. Denn wenn du einen Vertreter des Unternehmens auf der Messe triffst, macht es immer einen guten Eindruck, zu sagen: „Ich habe mich vorab über Ihr Unternehmen informiert und finde besonders spannend, dass Sie …“

 


Du hast eine Stellenanzeige im Treffer gesehen und das Unternehmen schon mal im Rahmen einer Messe oder Ausbildungsnacht besucht bzw. kennengelernt? Dann schreib das unbedingt in die Bewerbung – so sieht der Personalchef direkt einen persönlichen Bezug!


5

Auf den meisten Messen kann man spontan auf die Messestände zugehen und mal schauen, wer einem dort über den Weg läuft: der Personalchef oder auch die aktuellen Azubis. Man wird angesprochen oder spricht an. Ein paar „Einstiege“ in ein Gespräch solltest du dir schon vorab überlegen. Du kannst beispielsweise bei deinen Interessen ansetzen oder erwähnen, dass der Vater eines Freundes bei dem Unternehmen arbeitet. Wichtig ist, dass du freundlich auftrittst und souverän. Du musst nicht den Entertainer spielen oder krampfhaft versuchen, dich ins rechte Licht zu rücken. Der erste Eindruck ist zwar wichtig, aber du musst dich ja auf jeden Fall noch offiziell bewerben – also setze dich nicht zu sehr unter Druck. Tipp: Bitte immer um Infomaterial und notiere dir immer den Namen derjenigen, mit denen du gesprochen hast. Das kannst du in deiner Bewerbung verwenden. Schreibst du dort nur: „Ihr Stand auf der Messe hat mir gut gefallen“, dann ist das nichtssagend. Aber kannst du genau beschreiben, was dir gut gefallen hat und wen du gesprochen hast, macht das Eindruck.

Für alle Fälle: Bewerbungsunterlagen mitnehmen, auch wenn du keine Gesprächstermine hast!

 

6

Es gibt Messen, auf denen man auch Gesprächstermine mit den Unternehmensvertretern vor Ort vereinbaren kann. Die arrangiert das Messebüro – auch das erfährst du auf der Internetseite des Veranstalters. Wenn du ein Einzelgespräch hast, solltest du das schon gut vorbereiten und dich vorab gut informieren, denn das ist im Prinzip schon eine Art Bewerbungsgespräch. Manchmal gibt es auch Gruppengespräche für Teile von Schulklassen. Die Ansprüche an die Vorbereitung sind da nicht ganz so hoch, sprich: Rein theoretisch kannst du dich in der Menge „verstecken“. Aber: Du machst solche Termine ja für dich selbst, nicht für andere. Deshalb nutze deine Chance.

 

7

Nimm gerne Bewerbungsunterlagen mit – auch wenn du keine festen Gesprächstermine hast. Zumindest deinen Lebenslauf oder eine kleine Mappe, in der du Zeugniskopien und Praktikumsbescheinigungen aufbewahrst, kannst du einstecken (Achtung: in geeigneter Tasche im DIN-A4-Format, damit kein Knick in die Bewerbung kommt). Ein Anschreiben ist nicht erforderlich! Auch wenn die Unternehmen vor Ort Bewerbungen bzw. die Mappe nicht entgegennehmen, kannst du sie ja – je nachdem, wie ein Gespräch verläuft – einfach mal vorzeigen und ggf. auch um Feedback bitten („Was würde Ihnen denn hier noch fehlen?“). Unternehmen wollen auf Messen allerdings in der Regel viele potenzielle Bewerber kennenlernen und haben für den einzelnen vielleicht nicht so viel Zeit. Dann bitte nicht enttäuscht sein.

 

 Jede Menge Termine für Messen, Infoveranstaltungen und Events rund um Ausbildung und Berufswahl gibt’s auf Seite 22!

 

 

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