Stell dir vor: Urlaub ist Pflicht!

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – dieser alte Spruch trifft auch heute noch zu. Ein Azubi hat nicht nur Rechte, wie etwa das Recht auf eine Ausbildungsvergütung, sondern auch jede Menge Pflichten, die durch Verordnungen und Gesetze wie das Berufsbildungsgesetz BBiG, die Handwerksordnungen und andere Bestimmungen genau geregelt sind. Gut zu wissen, welche Pflichten das sind und was sie bedeuten:

Berufsschulpflicht: Zur Ausbildung gehört die Arbeit im Betrieb und der Besuch der Berufsschule – du bist also verpflichtet, in die Berufsschule zu gehen. Unterrichtszeit ist Arbeitszeit, den Unterricht zu schwänzen ist also genau so, wie nicht zur Arbeit zu erscheinen. Wenn du wegen Krankheit nicht am Unterricht teilnehmen kannst, musst du dich im Betrieb krankmelden. Auch das Führen eines Berichtshefts ist Vorschrift und gehört zu deinen Pflichten.

Sorgfaltspflicht: Nicht zu lässig an Aufgaben herangehen! Du bist verpflichtet, die Aufgaben, die dir übertragen werden, sorgfältig zu erledigen. Auch mit Werkzeugen und Waren musst du gut und sorgsam umgehen. Ebenfalls Pflicht ist es, sich an die Betriebsordnung und die Sicherheitsvorschriften zu halten. Und auch, die Anweisungen des Vorgesetzten zu befolgen!

Lernpflicht: Eigentlich selbstverständlich, aber auch das ist Pflicht: Ausbildungsinhalte selbstständig zu lernen und den Stoff aufzuarbeiten – alles mit dem Ziel, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

Geheimhaltungspflicht: Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse müssen vertraulich behandelt werden. Du darfst also keine vertraulichen Informationen aus dem Betrieb ausplaudern. Dazu zählen zum Beispiel Informationen über Lagerbestände, Patente oder Rezepte, über Kunden oder Preiskalkulationen.

Erholungspflicht: Der Urlaub ist zum Erholen da. Klar, oder? Das bedeutet aber auch, dass du während dieser Zeit nicht für andere Unternehmen arbeiten und keiner anderen Erwerbstätigkeit ohne das Wissen des Chefs nachgehen darfst, um etwas dazuzuverdienen.

 

 

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