Was treibt dich an?

Anschreiben und Lebenslauf – das sind die wichtigsten Bestandteile einer Bewerbung. Stark im Kommen sind jedoch sogenannte Motivationsschreiben. Hier erfährst du alles über den neuen Bewerbungstrend.

Erst das Anschreiben, dann der Lebenslauf – so ist die Reihenfolge in Bewerbungen. Doch viele Personalchefs schauen – auch bei Schülerinnen und Schülern – erst einmal in den (übersichtlich gegliederten) Lebenslauf, um sich die wesentlichen Eckpunkte einzuprägen. Mit dem Motivationsschreiben, das der Bewerbung an dritter Stelle, also direkt nach dem Lebenslauf beiliegt, kann man da noch mal einen Akzent setzen.

 

Was das Motivationsschreiben vom Anschreiben unterscheidet

Den meisten Schülerinnen und Schülern fällt es schwer, sich in der Bewerbung richtig in Szene zu setzen. Mit dem Motivationsschreiben haben sie zusätzlich zum Anschreiben eine Möglichkeit, ihren potenziellen Arbeitgeber mit Informationen über sich zu versorgen. Was aber steht wo?

Im Anschreiben solltest du grundsätzlich auf deine Beweggründe, dich um den jeweiligen Ausbildungsplatz bzw. bei dem jeweiligen Unternehmen zu bewerben, eingehen. Dann folgen – in aller Kürze – formale Informationen (z. B., in welcher Klasse du gerade bist) und Qualifikationen bzw. Kompetenzen, die in dem Beruf wichtig sind (z. B., dass du ein Ass in Naturwissenschaften bist, wenn du dich für einen technischen Beruf bewirbst, oder dass du Jugendfreizeiten leitest, wenn du Erzieher werden willst).

Genau diese letzten Punkte, die im Anschreiben nur angerissen werden, kannst du im Motivationsschreiben weiter ausführen und mit Details anreichern. Sinn der Sache ist es, dass deutlich wird, warum du die Ausbildung unbedingt haben willst oder warum du für das duale Studium brennst. So kannst du im Motivationsschreiben durchaus auch über deine Ziele schreiben – nicht über ein konkretes Ziel deiner Ausbildung, aber z. B. „Mit Menschen zu arbeiten, macht mir sehr viel Freude, und ich kann mir gut vorstellen, später einmal eine Wohngruppe zu leiten.“

 

 

Wie das Motivationsschreiben aussieht

Grundsätzlich gilt: Fasse dich kurz und bleibe am besten bei einer Seite. Der Personalchef möchte einen schnellen Überblick und keine Romane lesen.

Wie ist die Optik?

Ein „Kopf“ – so bezeichnet man den oberen Bereich einer Seite – mit deinem Namen und deiner Adresse ist wichtig, damit man das Schreiben zuordnen kann. Der Bereich sollte aber maximal drei, vier Zentimeter eines DIN-A4-Blattes einnehmen. Etwas darunter folgt die Überschrift. Es ist durchaus möglich, eine formale Überschrift zu machen, d. h., du schreibst dort einfach „Motivationsschreiben“ hin, ähnlich wie über deinem Lebenslauf „Lebenslauf“ steht. Es ist aber möglich, den Personalchef mit kreativen Überschriften wie „Was Sie noch über mich wissen sollten“, „Warum ich der richtige Bewerber bin“ oder „Das zeichnet mich aus“ neugierig zu machen.

Wie ist die Struktur?

Das kommt auf das Thema an: Du kannst dich in deinem Motivationsschreiben auf ein Thema konzentrieren, z. B. die Leitung von Jugendfreizeiten, oder das Schreiben auch in mehrere Häppchen mit Zwischenüberschriften gliedern, z. B. „Wie ich zu den Jugendfreizeiten gekommen bin“, „Was mir an den Jugendfreizeiten besonders gefällt“, „Wie ich die Erfahrungen in meiner Ausbildung bzw. für Ihr Unternehmen nutzen will“.

Wie ist der Stil?

Anders als im Anschreiben kannst du im Motivationsschreiben persönlicher und kreativer formulieren.

 

Tipp: Pflicht oder Kür? Wenn du dich auf einen Ausbildungsplatz bewirbst, ist das Motivationsschreiben absolut freiwillig. Geht es um einen Studienplatz, ein Förderprogramm oder ein Stipendium, ist es heute fast schon Pflicht. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: die klassische mit Anschreiben, Lebenslauf und Motivationsschreiben oder die innovative mit einer Kombi aus Anschreiben und Motivationsschreiben plus Lebenslauf. Die Kombi-Variante sieht formal genau aus wie ein Anschreiben – also mit Briefkopf, Datum, Betreff, Verabschiedungsfloskel – aber der Inhalt entspricht dem eines Motivationsschreibens, allerdings ohne Gliederung, sondern in typischer Briefform. Der Umfang sollte – wie beim Anschreiben – bei einer Seite liegen, max. eineinhalb.

 

 

Foto: Shutterstock